Kurz gesagt: Generative Engine Optimization (GEO) soll Inhalte so aufbereiten, dass KI-Dienste wie ChatGPT, Perplexity, Google Gemini oder die AI Overviews von Google sie in Antworten nutzen und als Quelle nennen. Für die Google-Suche sagt Google selbst: Es braucht keine Sonderoptimierung, die Grundlage ist normales SEO. Für andere KI-Dienste gibt es plausible Maßnahmen, aber wenig offizielle Belege. Garantierte Nennungen in KI-Antworten kann niemand zusagen.
Was ist Generative Engine Optimization?
Generative Engines sind Systeme, die auf eine Frage eine eigene Antwort in ganzen Sätzen schreiben. Dahinter stecken Large Language Models, also große Sprachmodelle. Bekannte Beispiele sind ChatGPT, Perplexity, Google Gemini, Microsoft Copilot und die KI-Funktionen der Google-Suche wie AI Overviews und AI Mode. Viele dieser Dienste suchen vor der Antwort im Web und zeigen danach Links zu ihren Quellen.
Generative Engine Optimization, kurz GEO, beschreibt alle Maßnahmen, mit denen eine Website in solchen Antworten häufiger vorkommen soll: als zitierte Quelle, als verlinkte Seite oder als genannte Marke. Auf Deutsch spricht man auch von Optimierung für generative KI.
GEO, AEO und LLMO: drei Begriffe, ein Thema
- GEO (Generative Engine Optimization): der Begriff aus der Forschung.
- AEO (Answer Engine Optimization): meint Inhalte, die eine Frage direkt und knapp beantworten. Der Begriff wurde schon vor dem GEO-Paper verwendet und steht heute oft gleichbedeutend neben GEO.
- LLMO (Large Language Model Optimization): betont die Sprachmodelle selbst, also auch das, was ein Modell aus seinen Trainingsdaten über eine Marke „weiß“.
Eine feste Definition gibt es für keinen der drei Begriffe. Anbieter nutzen sie unterschiedlich. Fragen Sie deshalb immer nach, welche Maßnahmen konkret gemeint sind.
Woher der Begriff stammt: das GEO-Paper
Der Begriff geht auf eine wissenschaftliche Arbeit zurück. Ein Team um Pranjal Aggarwal, Vishvak Murahari, Tanmay Rajpurohit, Ashwin Kalyan, Karthik Narasimhan und Ameet Deshpande hat sie am 16.11.2023 auf arXiv eingereicht (Nummer 2311.09735). Sie erschien 2024 auf der Konferenz KDD.
Die Forscher haben einen eigenen Testdatensatz gebaut, GEO-bench, und darin ausprobiert, wie sich Änderungen am Text auf die Sichtbarkeit in generierten Antworten auswirken. Getestet wurden zum Beispiel das Ergänzen von Quellenangaben, Zitaten und Statistiken. Das Ergebnis: GEO kann die Sichtbarkeit in den Antworten um bis zu 40 Prozent steigern. Diese Zahl gilt für den Versuchsaufbau der Studie. Je nach Fachgebiet wirkten die Methoden unterschiedlich stark.
Wichtig für die Einordnung: Die Studie hat ein eigenes Testsystem untersucht. Sie belegt nicht, dass ChatGPT, Gemini oder die Google-Suche genauso reagieren. Wenn ein Anbieter mit „40 Prozent mehr KI-Sichtbarkeit“ wirbt, ist das eine Übertragung, die die Studie nicht hergibt.

Wie KI-Suchmaschinen Antworten bilden
Viele KI-Dienste arbeiten nach einem Verfahren, das Retrieval Augmented Generation heißt, kurz RAG. Vereinfacht läuft es so ab: Der Dienst nimmt die Frage, sucht passende Dokumente in einem Suchindex und gibt diese dem Sprachmodell als Grundlage. Das Modell schreibt daraus eine Antwort und verweist auf einige der Quellen.
Daraus folgt etwas Grundlegendes: Ein KI-Dienst kann Ihre Seite nur nutzen, wenn er sie findet und lesen darf. Bei Google stammen die Quellen aus dem normalen Suchindex. Andere Anbieter betreiben eigene Crawler oder greifen auf Suchindizes von Partnern zu. Wie genau sie Quellen auswählen, legen die meisten Anbieter nicht offen.
Was ist anders als bei klassischem SEO?
Bei der klassischen Suche zeigt Google eine Liste mit Links. Ziel ist eine gute Position, damit Nutzer klicken. In einer KI-Antwort steht dagegen ein fertiger Text, und Links erscheinen nur als Quellenhinweis. Ein Nutzer bekommt seine Antwort also oft, ohne eine Website zu besuchen. Für Betreiber verschiebt sich damit die Frage: Neben der Position zählt, ob die eigene Seite als Quelle genannt wird und ob die Marke im Text vorkommt.
Die Grundlagen bleiben trotzdem gleich. Eine Seite muss technisch erreichbar sein, das Thema gut abdecken und vertrauenswürdig wirken. KI-Dienste mit Websuche greifen auf Suchindizes zurück, und dort setzen sich Seiten mit solider Suchmaschinenoptimierung eher durch. Neu sind vor allem die Messung, die Steuerung einzelner KI-Crawler und die Frage, wie Ihre Marke außerhalb der eigenen Website beschrieben wird.
Was Google offiziell zur KI-Suche sagt
AI Overviews gibt es in Deutschland seit dem 25.03.2025, auf Deutsch und Englisch, für angemeldete Nutzer ab 18 Jahren. Google hat in seiner Dokumentation und in einem eigenen Leitfaden erklärt, was Website-Betreiber dafür tun müssen. Die Kernaussagen:
- Keine Zusatzanforderungen: Für AI Overviews und AI Mode gibt es laut der Seite „AI features and your website“ keine besonderen Anforderungen. Neue maschinenlesbare Dateien, KI-Textdateien oder spezielles Markup sind nicht nötig. Auch eine besondere schema.org-Auszeichnung braucht es nicht.
- Grundvoraussetzung: Eine Seite muss indexiert sein und als Snippet in der Suche erscheinen dürfen. Eine Garantie für die Anzeige gibt es nicht.
- Es bleibt SEO: Im Leitfaden „Optimizing your website for generative AI features on Google Search“ (Stand 10.07.2026) beantwortet Google die Frage, ob SEO noch relevant ist, mit „In short, yes!“. Die KI-Funktionen beruhen auf den Kern-Ranking- und Qualitätssystemen. Optimierung für generative KI-Suche sei weiterhin SEO.
- Was Sie ignorieren können: Google nennt das Zerlegen von Texten in kleine Häppchen („chunking“), unnötige KI-Textdateien wie llms.txt und künstlich erzeugte Erwähnungen.
- Keine Insider-Tools: „No third-party tool has access to our internal ranking or AI systems.“ Kein Anbieter kann also in Googles KI-Systeme hineinsehen.
- Massen-Seiten sind Spam: Wer massenhaft Seiten für mögliche Teilfragen erzeugt, die eine KI im Hintergrund stellt, verstößt gegen die Richtlinie zu „scaled content abuse“.
Im Mai 2025 schrieb Google außerdem, Klicks von Seiten mit AI Overviews seien „higher quality“, Nutzer blieben länger auf der Website. Als Rat nannte Google einzigartige Inhalte, die nicht austauschbar sind. Strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Inhalt passen. Warum klassisches SEO deshalb weiter zählt, erklärt der Artikel Ist SEO noch sinnvoll?
Was bei anderen KI-Diensten helfen kann
Für ChatGPT, Perplexity, Claude oder Copilot gibt es keine so ausführlichen Leitfäden wie von Google. Die folgenden Punkte leiten sich aus der Funktionsweise von KI-Suchen ab und gelten in der Branche als sinnvoll. Offiziell belegt ist ihre Wirkung nicht. Mit Ausnahme der Crawler-Regeln, die die Anbieter selbst dokumentieren, handelt es sich um begründete Annahmen.
Erreichbarkeit für KI-Crawler
Ein KI-Dienst kann nur Seiten nutzen, die sein Crawler abrufen darf. Die Steuerung läuft über die Datei robots.txt. Die großen Anbieter unterscheiden dabei zwischen Crawlern für das Training von Modellen und Crawlern für die Suche:
- OpenAI: OAI-SearchBot sammelt Seiten für die Suche in ChatGPT. Laut OpenAI erscheinen Seiten, die OAI-SearchBot aussperren, nicht in den Suchantworten von ChatGPT. GPTBot sammelt Inhalte, die für das Training von Modellen genutzt werden können. ChatGPT-User ruft Seiten ab, wenn ein Nutzer im Chat danach fragt. Für diese Abrufe gelten robots.txt-Regeln laut OpenAI unter Umständen nicht. Die Einstellungen sind unabhängig voneinander.
- Google: Google-Extended ist ein Token in der robots.txt. Damit steuern Sie, ob Inhalte für das Training von Gemini-Modellen und für das Grounding in Gemini-Apps genutzt werden. Laut Google hat Google-Extended keinen Einfluss auf die Aufnahme in die Google-Suche und ist kein Ranking-Signal.
- Anthropic: ClaudeBot sammelt Inhalte, die zum Training beitragen können, Claude-SearchBot crawlt für bessere Suchergebnisse, Claude-User ruft Seiten bei Nutzerfragen ab. Laut Anthropic halten sich diese Bots an robots.txt.
So können Sie zum Beispiel das Training ausschließen und trotzdem in KI-Suchen auftauchen. Prüfen Sie Ihre robots.txt und die Einstellungen von Firewall oder CDN. Bot-Schutz und Sicherheitsregeln können KI-Crawler blockieren, ohne dass es jemand bemerkt.
Klare Struktur und direkte Antworten
Seiten mit eindeutigen Überschriften, kurzen Absätzen und einer direkten Antwort am Anfang sind für Menschen leicht zu lesen. Für Maschinen gilt das vermutlich auch. Inhalte sollten im HTML stehen und nicht erst per JavaScript nachgeladen werden, denn nicht jeder Crawler führt Skripte aus. Das künstliche Zerhacken von Texten empfiehlt Google ausdrücklich nicht.
Fakten mit Quellen
Das GEO-Paper fand in seinem Testsystem positive Effekte durch Quellenangaben, Zitate und Statistiken. Unabhängig davon helfen belegte Zahlen, Datumsangaben und Primärquellen Ihren Lesern. Erfinden Sie aber keine Statistiken, nur weil sie in KI-Antworten angeblich gut ankommen.
Erwähnungen außerhalb der eigenen Website
KI-Dienste stützen sich auf viele Quellen. Wird Ihr Unternehmen in Fachartikeln, Branchenverzeichnissen, Foren oder Bewertungen erwähnt, steigt die Chance, dass es in Antworten vorkommt. Das ist klassische Markenarbeit und Pressearbeit. Künstlich erzeugte Erwähnungen kann Google laut eigenem Leitfaden ignorieren.
llms.txt: Vorschlag mit umstrittenem Nutzen
Die Datei llms.txt hat Jeremy Howard am 03.09.2024 auf llmstxt.org vorgeschlagen, überarbeitet wurde der Vorschlag am 10.08.2026. Die Idee: Eine Markdown-Datei im Hauptverzeichnis der Website fasst die wichtigsten Inhalte in einer Form zusammen, die Sprachmodelle leicht verarbeiten können, mit Links zu weiteren Dokumenten.
Ein offizieller Standard ist llms.txt nicht. Google nennt die Datei im Leitfaden als Beispiel für unnötige KI-Textdateien, die man für die Google-Suche ignorieren kann. Ob andere KI-Dienste die Datei auswerten, ist nicht verlässlich dokumentiert. Bei technischen Dokumentationen, etwa für Software, kann sie Entwicklern helfen, die Inhalte gezielt an ein Sprachmodell übergeben. Für eine typische Firmen-Website ist der Nutzen offen. Schaden richtet die Datei nicht an, wenn sie gepflegt wird und nichts anderes enthält als die Website selbst.
Sichtbarkeit in KI-Antworten prüfen
Eine genaue Messung ist schwierig. KI-Antworten ändern sich je nach Formulierung, Nutzer, Ort und Zeitpunkt. Trotzdem können Sie sich ein Bild machen.
Manuelle Tests
- Sammeln Sie zehn bis zwanzig Fragen, die Ihre Kunden typischerweise stellen, zum Beispiel „Wer bietet X in Stadt Y an?“ oder „Wie funktioniert X?“.
- Stellen Sie diese Fragen in mehreren KI-Diensten und in der Google-Suche.
- Notieren Sie, ob Ihre Marke genannt wird, ob Ihre Website als Quelle verlinkt ist und welche Wettbewerber auftauchen.
- Wiederholen Sie den Test in festen Abständen mit denselben Fragen.
- Prüfen Sie auch, ob die Aussagen über Ihr Unternehmen stimmen. Falsche Angaben deuten oft auf veraltete Informationen im Netz hin.
Das Ergebnis ist eine Stichprobe, keine Statistik. Sie zeigt aber Trends und Lücken.
Google Search Console
Laut Google zählen Klicks und Impressionen aus AI Overviews und AI Mode in der Search Console zum normalen Suchtraffic. Einen eigenen Filter gibt es dafür nicht. Steigende Impressionen bei sinkenden Klicks können ein Hinweis sein, lassen sich aber nicht sicher der KI-Suche zuordnen.
Bing Webmaster Tools
Microsoft hat am 10.02.2026 den Bericht „AI Performance“ in den Bing Webmaster Tools als öffentliche Vorschau vorgestellt. Er zeigt, wie oft Inhalte einer Website in Microsoft Copilot, in KI-Zusammenfassungen von Bing und bei ausgewählten Partnern als Quelle zitiert werden, welche Seiten zitiert werden und mit welchen Suchphrasen die KI die Inhalte abgerufen hat.
Server-Logs und Statistik
In den Server-Logs sehen Sie, welche Crawler Ihre Seiten abrufen. In Ihrer Webanalyse erkennen Sie Besuche, die von KI-Diensten kommen, oft an der verweisenden Adresse. Nicht jeder Dienst gibt diese Information weiter.

Erste Schritte für Ihre Website
Bevor Sie Geld für GEO ausgeben, können Sie einige Punkte selbst prüfen:
- Prüfen Sie in der Google Search Console, ob Ihre wichtigen Seiten indexiert sind.
- Öffnen Sie Ihre robots.txt und kontrollieren Sie, welche Crawler Sie zulassen oder sperren. Entscheiden Sie bewusst, ob Sie Training, Suche oder beides erlauben.
- Prüfen Sie, ob Ihre Inhalte ohne JavaScript im Quelltext stehen.
- Überarbeiten Sie Ihre wichtigsten Seiten: eine klare Antwort am Anfang, Zahlen mit Quelle und Datum, aktuelle Angaben zu Leistungen, Preisen und Kontakt.
- Halten Sie Ihre Angaben auf anderen Plattformen aktuell, etwa im Google-Unternehmensprofil und in Branchenverzeichnissen.
- Starten Sie die manuellen Tests mit festen Fragen und wiederholen Sie diese regelmäßig.
Was eine GEO-Agentur anbietet
Viele SEO-Agenturen bieten inzwischen GEO- oder AEO-Leistungen an, einige nennen sich GEO-Agentur. Typische Bausteine sind:
- Analyse, in welchen KI-Antworten die Marke vorkommt und welche Wettbewerber genannt werden.
- Technische Prüfung von Indexierung, robots.txt und Crawler-Zugriff.
- Überarbeitung von Inhalten: klare Antworten, Struktur, Belege, Aktualität.
- Aufbau von Erwähnungen über Pressearbeit, Fachbeiträge und Einträge in seriösen Verzeichnissen.
- Regelmäßige Berichte zu Stichproben aus KI-Diensten.
Vieles davon ist klassische Suchmaschinenoptimierung unter neuem Namen. Das muss nicht schlecht sein, Sie sollten es aber wissen, bevor Sie zusätzlich bezahlen. Was SEO grundsätzlich umfasst, zeigt der Artikel SEO für Anfänger.
Warnsignale
- Garantierte Nennungen in ChatGPT oder AI Overviews: Kein Anbieter kann steuern, was ein KI-Dienst antwortet. Google sagt selbst, dass die Anzeige nicht garantiert ist.
- Angeblicher Zugang zu Google-Systemen: Laut Google hat kein Drittanbieter-Tool Zugriff auf die internen Ranking- oder KI-Systeme.
- Massenhaft KI-Texte für jede denkbare Frage: Das kann gegen die Spam-Richtlinie zu „scaled content abuse“ verstoßen.
- llms.txt als Wundermittel: Für Google ist die Datei nach eigener Aussage nicht nötig, für andere Dienste ist der Nutzen offen.
- Gekaufte Erwähnungen und Fake-Bewertungen: Sie können Ihrem Ruf schaden und verstoßen gegen Richtlinien.
- Zahlen aus der Forschung als Versprechen: Die 40 Prozent aus dem GEO-Paper gelten für einen Testaufbau, nicht für Ihre Website.
Fragen Sie jede Agentur, wie sie Erfolg misst, welche Maßnahmen offiziell belegt sind und welche auf Annahmen beruhen.
Fazit
Generative Engine Optimization ist ein neuer Name für die Arbeit an Inhalten, die KI-Dienste finden, verstehen und zitieren können. Für die Google-Suche gilt nach Googles eigener Aussage: gutes SEO genügt, Sonderdateien und Tricks braucht es nicht. Bei anderen KI-Diensten helfen offene Crawler-Zugänge, klare Inhalte mit Belegen und echte Erwähnungen wahrscheinlich, sicher belegt ist das bisher nicht. Prüfen Sie Ihre Sichtbarkeit mit festen Testfragen und den verfügbaren Berichten von Google und Bing. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite AEO & GEO.
Quellen: Aggarwal et al., „GEO: Generative Engine Optimization“, arXiv 2311.09735 (16.11.2023, KDD 2024); Google Search Central, „AI features and your website“ (Stand 10.12.2025); Google Search Central, „Optimizing your website for generative AI features on Google Search“ (Stand 10.07.2026); Google Blog zu AI Overviews in Deutschland (25.03.2025) und zu KI in der Suche (21.05.2025); Google Search Central, „Google's common crawlers“ (Google-Extended); OpenAI, „Overview of OpenAI Crawlers“ (developers.openai.com/api/docs/bots); Anthropic, „Does Anthropic crawl data from the web?“ (support.claude.com); Microsoft Bing Webmaster Blog, „Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools Public Preview“ (10.02.2026); llmstxt.org (Jeremy Howard, 03.09.2024, überarbeitet 10.08.2026).