Kurz gesagt: Ein Social-Media-Redaktionsplan legt fest, welcher Beitrag an welchem Tag auf welchem Kanal erscheint, wer ihn erstellt und welches Ziel er hat. Für den Anfang reicht eine einfache Tabelle in Excel oder Google Sheets. Wichtiger als das Werkzeug sind ein realistischer Rhythmus, feste Themen und ein regelmäßiger Blick auf die Ergebnisse.
Wozu brauche ich einen Redaktionsplan?
Ohne Plan entstehen Social-Media-Beiträge oft spontan: Wenn Zeit ist, wird gepostet, wenn nicht, bleibt der Kanal wochenlang still. Follower merken das, und die Reichweite sinkt.
Ein Redaktionsplan bringt Ordnung hinein. Sie sehen auf einen Blick, was in den nächsten Wochen erscheint. Sie können Beiträge in ruhigen Zeiten vorbereiten, Themen gleichmäßig verteilen und wichtige Termine rechtzeitig einplanen, etwa Feiertage, Messen oder Aktionen.
Was kläre ich, bevor ich plane?
Drei Fragen sollten beantwortet sein, bevor die erste Zeile in der Tabelle steht:
- Ziel: Wollen Sie bekannter werden, Vertrauen aufbauen, Besucher auf die Website bringen oder Bewerber gewinnen?
- Zielgruppe: Wen wollen Sie erreichen, und welche Fragen hat diese Gruppe?
- Kanäle: Wo ist diese Zielgruppe wirklich unterwegs? Für Geschäftskunden ist LinkedIn oft wichtiger, für junge Endkunden eher Instagram oder TikTok.
Lieber zwei Kanäle gut pflegen als fünf nur gelegentlich.
Welche Spalten gehören in den Plan?
Ein einfacher Redaktionsplan als Tabelle braucht diese Spalten:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Datum und Uhrzeit | Wann der Beitrag erscheint |
| Kanal | Zum Beispiel Instagram, LinkedIn, Facebook |
| Thema | Worum es geht, in wenigen Worten |
| Format | Bild, Karussell, Video, Story, Textbeitrag |
| Text und Hashtags | Der fertige Beitragstext oder ein Link dazu |
| Bild oder Video | Link zur Datei |
| Ziel oder Aufruf | Was der Leser tun soll, etwa einen Link öffnen |
| Verantwortlich | Wer den Beitrag erstellt |
| Status | Idee, in Arbeit, fertig, veröffentlicht |
Später können Sie eine Spalte für Ergebnisse ergänzen, zum Beispiel Reichweite oder Klicks.

Wie finde ich Themen für die Beiträge?
Viele Unternehmen arbeiten mit festen Themenbereichen, die sich abwechseln. Das erleichtert die Planung und gibt dem Kanal ein erkennbares Profil. Beispiele:
- Wissen: Tipps und Antworten auf häufige Kundenfragen
- Einblicke: Arbeit hinter den Kulissen, Team, Arbeitsplatz
- Ergebnisse: abgeschlossene Projekte, vorher und nachher
- Neuigkeiten: neue Angebote, Termine, Veranstaltungen
- Austausch: Fragen an die Community, Umfragen
Eine gute Quelle für Themen ist Ihr Blog: Jeder Artikel liefert Stoff für mehrere Beiträge, etwa eine Kernaussage als Grafik, eine Liste als Karussell und eine kurze Erklärung als Video.
Wie oft sollte ich posten?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist ein Rhythmus, den Sie dauerhaft halten können. Zwei gute Beiträge pro Woche, jede Woche, sind besser als zehn Beiträge in einer Woche und dann ein Monat Pause.
Beginnen Sie vorsichtig und steigern Sie erst, wenn der Ablauf sicher läuft. Beobachten Sie in den Statistiken der Plattform, zu welchen Zeiten Ihre Follower aktiv sind, und planen Sie Ihre Beiträge danach.

Welche Werkzeuge eignen sich?
- Excel oder Google Sheets: Kostenlos oder bereits vorhanden, für den Anfang völlig ausreichend. Google Sheets eignet sich gut, wenn mehrere Personen gleichzeitig arbeiten.
- Trello, Asana oder Notion: Zeigen Beiträge als Karten auf einer Tafel. Praktisch, um den Status sichtbar zu machen.
- Planungswerkzeuge für Social Media: Veröffentlichen Beiträge automatisch zur geplanten Zeit auf mehreren Kanälen und zeigen Statistiken an einem Ort.
Das Werkzeug ist zweitrangig. Wählen Sie das, was Sie und Ihr Team wirklich jeden Tag öffnen.
Wie sieht ein praktischer Ablauf aus?
- Monatlich: Termine und Aktionen des nächsten Monats eintragen, Themen auf die Wochen verteilen.
- Wöchentlich: Texte schreiben, Bilder und Videos vorbereiten, Beiträge einplanen.
- Täglich: Kommentare und Nachrichten beantworten, auf aktuelle Ereignisse reagieren.
- Monatlich: Ergebnisse auswerten und den Plan anpassen.
Lassen Sie im Plan bewusst Lücken für spontane Beiträge. Nicht alles lässt sich Wochen im Voraus planen.
Wie messe ich den Erfolg?
Jede Plattform bietet eigene Statistiken. Wählen Sie Kennzahlen, die zu Ihrem Ziel passen:
- Bekanntheit: Reichweite und Impressionen, Zahl neuer Follower
- Interaktion: Kommentare, Speicherungen, geteilte Beiträge
- Besucher auf der Website: Klicks auf Links. Mit UTM-Parametern in den Links sehen Sie in Ihrer Website-Statistik genau, welcher Beitrag Besucher gebracht hat.
Vergleichen Sie Themenbereiche und Formate miteinander. So erkennen Sie, was Ihre Zielgruppe wirklich interessiert, und können den Plan gezielt anpassen.
Typische Fehler
- Zu viele Kanäle gleichzeitig starten
- Einen Rhythmus planen, der neben dem Tagesgeschäft nicht zu halten ist
- Denselben Text unverändert auf allen Plattformen veröffentlichen
- Nur senden, aber auf Kommentare nicht antworten
- Den Plan erstellen und danach nie mehr anpassen
Ihr Start in einer Stunde
- Eine Tabelle mit den Spalten von oben anlegen.
- Zwei Kanäle und drei bis fünf Themenbereiche festlegen.
- Einen Rhythmus wählen, den Sie sicher schaffen.
- Die nächsten vier Wochen grob mit Themen füllen.
- Einen festen Termin pro Monat für die Auswertung eintragen.
Mehr über Kanäle, Inhalte und bezahlte Reichweite lesen Sie auf unserer Themenseite Social Media.